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Eine bessere Zukunft für Kinder in Lettland

In Lettland wachsen derzeit rund 10.000 Kinder ohne ihre Eltern in Heimen oder bei Pflegefamilien auf. Die Gründe, an denen viele Familien heute zerbrechen, sind Armut, mangelnde Ausbildung, aber auch Suchtkrankheiten, psychische Erkrankungen oder große soziale Probleme.
Die SOS-Familienhilfe arbeitet präventiv mit gefährdeten Kindern und ihren Eltern zusammen, denn es hat sich gezeigt: Wenn diese frühzeitig unterstützt werden, bekommen Kinder die Chance, bei ihrer Familie zu bleiben und in ihrem Umfeld aufzuwachsen sowie die Chance auf eine bessere Zukunft.
An drei Standorten Lettlands ist die SOS-Familienhilfe aktiv: In Riga, Olaine und Valmiera. Bis zu 600 Mädchen und Jungen erhalten hier dringend notwendige Unterstützung.
Auf den ersten Blick ist Lettland ein moderner Staat mit reicher Geschichte, der den Sprung in die moderne Marktwirtschaft nach den 1990-er Jahren gut gemeistert hat. Doch die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise sind im Land deutlich spürbar. Lettland gehört zu den europäischen Ländern, die von der Finanzkrise besonders hart getroffen wurden. Viele Menschen, die am Rand der großen Städte oder in ländlichen Gebieten angesiedelt sind, leben in großer Armut. Es gibt kaum Arbeitsmöglichkeiten, viele öffentliche Stellen wurden abgebaut. Kinder wohnen mit ihren Familien in baufälligen Häusern, Gartensiedlungen oder Plattenbauten. Nicht selten muss sich eine fünfköpfige Familie ein einziges Zimmer teilen, ohne Heizung, ohne vernünftige sanitäre Einrichtungen. Kommen dann noch Krankheit oder soziale Probleme hinzu, stehen Familien oft vor dem Aus.

Die Kinder Lettlands brauchen unsere Hilfe! Die Erlöse der Benefiz-Auktion SOS-Kunststück 2010 werden der SOS-Familienhilfe in Lettland zukommen.
Die SOS-Familienhilfe steht betroffenen Familien zur Seite. Im Fokus stehen dabei die Kinder: Werden sie gut versorgt, bekommen sie ausreichend zu essen? Gehen sie zum Kindergarten oder zur Schule? Wo brauchen sie besonders dringend Unterstützung? Ziel der Hilfe ist es, die Familien zu stabilisieren und mit den Eltern Wege zu erarbeiten, wie sie für ihre Kinder da sein und sie aus eigener Kraft versorgen können.
Die Zentren der SOS-Familienhilfe sind dabei nicht nur eine wichtige Anlaufstelle. Regelmäßig besuchen SOS-Sozialarbeiter die Kinder und ihre Eltern auch zu Hause, um sich ein Bild über deren Situation zu machen. Immer wieder sind die SOS-Mitarbeiter dabei mit extremen Fällen konfrontiert: Unterernährte Kleinkinder, unzureichende hygienische Verhältnisse, familiäre Gewalt. Häufig wuchsen die Eltern selbst in extremen Verhältnissen auf und haben kein Familienleben erfahren.

In einfachen aber wirksamen Schritten setzt die SOS-Familienhilfe an. In Kursen und Beratungsgesprächen lernen die Eltern, was ihre Kinder für eine gesunde Entwicklung brauchen und wie sie ihren Familienalltag bewältigen können. Sie werden ermutigt und dabei unterstützt, ihre sozialen aber auch gesundheitlichen Probleme anzugehen und zu lösen – zum Wohle ihrer Kinder. Bei Bedarf helfen Nahrungsmittel, Kleider oder Hygieneartikel, die erste Not zu lindern und den Weg zu einer Veränderung zu ebnen.
Fördermaßnahmen wie Logopädie und Psychotherapie helfen den Kindern, Entwicklungsdefizite aufzuholen und ihre schwierige familiäre Situation zu verarbeiten. Bei Nachhilfe und Freizeitaktivitäten, Basteln oder Theaterspielen entdecken sie ihre Stärken und Potentiale und bekommen so Entwicklungschancen, die ihnen sonst verwehrt blieben. Ferienangebote ermöglichen den Mädchen und Jungen, einige unbeschwerte Wochen am Meer oder in der Natur zu verbringen – oft zum ersten Mal in ihrem Leben.
Die SOS-Mitarbeiter arbeiten eng mit Sozialarbeitern, Beratungsstellen und dem Jugendamt, aber auch Psychologen, Lehrern, Ärzten oder Rechtsanwälten zusammen. Denn häufig wissen betroffene Familien nicht einmal, welche Hilfe sie in Anspruch nehmen können oder wo sie notwendige Dokumente wie z.B. eine Geburtsurkunde erhalten.

Die Begleitung einer Familie durch die SOS-Familienhilfe dauert in der Regel zwischen einem und drei Jahren. In fast allen der unterstützten Familien ist in dieser Zeit eine große Veränderung spür- und erlebbar. Die betreuten Kinder machen dabei große Fortschritte in ihrer Entwicklung. Sie lernen z.B., dass Konflikte nicht nur durch Gewalt zu lösen sind, und kennen Alternativen zum Leben auf der Straße. Sie trauen sich etwas zu und kommen in der Schule wieder mit. Sie finden wieder Stabilität und Geborgenheit in ihrer Familie.
Auch den Eltern gelingt es, große Hürden zu überwinden; einige Beispiele: Eine minderjährige Mutter schafft es, selbst Verantwortung für ihr Kleinkind zu übernehmen. Mit Hilfe einer SOS-Sozialarbeiterin findet sie Wege, ihre Schul- und Berufsausbildung fortzusetzen. Ein Vater überwindet seine Suchtkrankheit und setzt sich seitdem nicht nur für das Wohl seines siebenjährigen Sohnes ein, sondern engagiert sich auch für Familien in ihrer Nachbarschaft. Eine alleinstehende Mutter, die ihre fünf Kinder in einer einfachen Gartenhütte aufzog, lebt nun mit ihrer Familie in einer kleinen Wohnung, wo sie erstmals Strom und fließendes Wasser zur Verfügung hat.
Die Maßnahmen der SOS-Familienhilfe sind dabei so individuell, wie die Familien selbst. Sie haben jedoch eines gemeinsam: Eltern und Kinder tragen aktiv zu einer Verbesserung ihrer Lebenssituation bei und stellen dabei selbst die Weichen für eine bessere Zukunft.
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