Mauricio Guillén
Mauricio Guillén ist 1971 in Mexiko City geboren. Er graduierte 2003 in London am Royal College of Art und studierte an der Parsons School of Design und der Cooper Union School of Art in New York. 2006/07 hatte er eine Gastprofessur am Royal College of Art in London. Seit Anfang 2009 lebt und arbeitet er in Frankfurt am Main.
Die Arbeit von Mauricio Guillén ist durchaus als Konzeptkunst zu bezeichnen Sie wirkt in der Vorstellung oder Verknüpfung von Bedeutung im Denken. Eines der Ziele ist die “Entmaterialisierung” des Kunstwerks und die Einbeziehung des Betrachters. Gewohnte Sichtweisen, Begriffe und Zusammenhänge der Welt werden hinterfragt. Er spielt oft mit den Kontexten, Bedeutungen und Assoziationen seiner Werke.
In seinen Arbeiten zeigt er ein Interesse dafür, wie Ideologien das Individuum organisieren. Er arbeitet mit einer poetischen Sprache über Ein- und Ausschluss, er will in der Sphäre des Sozialen sichtbar machen. Er lässt den Effekt des Widerspruchs von Fremdheit verdoppeln und stellt Fragen nach der Wertigkeit von Grenzziehungen als eine Form der Artikulation von Macht im Raum.
Zur Arbeit die er für SOS-Kunststück-EDITION 2009 erstellt hat, sagt er Folgendes:
“It deals with the idea of insignificance. I simply took a piece of paper from the bin in my studio and sort of rescued it from its miserable condition.” (“Es geht hier um die Bedeutungslosigkeit. Ich habe einfach ein Stück Papier aus dem Mülleimer in meinem Studio genommen und es sozusagen von seinem erbärmlichen Zustand befreit.”) Guillén ist selbst in Mexiko-Stadt aufgewachsen und kennt den gefährdeten Zustand der Kinder dort sehr gut. Seine Edition symbolisiert im doppelten Sinne die Arbeit der SOS-Kinderdörfer weltweit in Mexiko, zum einen durch die eigentliche Rettung aus der Bedeutungslosigkeit und zum anderen durch die Vervielfältigung als “glatte Arbeit auf Papier”, das aber die Konturen seiner Geschichte deutlich zeigt.
Guillén hat an vielen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen teilgenommen. U.a. 2009 Third Riwaq Biennale, Ramallah Palestina. Neue Kunst in Hamburg 2008, Dorrie Preiss/Galerie für Land, Hamburg. Learn to Read, Tate Modern London 2007. Bloomberg New Contemporaries, 2004.