Thilo Heinzmann
Thilo Heinzmann studierte Kunst an der Frankfurter Städelschule bei Prof. Thomas Bayerle.
Sein Werk ist gekennzeichnet durch sehr reduzierte Formen. Die Farbe Weiss ist die dominierende Farbe. Thomas Groetz schreibt: „ Das Weiss ist dabei keine einfache konzeptionelle Entscheidung, sondern Notwendigkeit als Ergebnis einer künstlerischen Entwicklung. Heinzmann erprobte während seines Studiums an der Frankfurter Städelschule in den Jahren 1992 bis 1997 die verschiedensten Möglichkeiten malerischer Tätigkeiten. Schließlich gelangte er durch eine weitgehende Verabschiedung von Pinsel, Farbe und Leinwand, vom malerischen Duktus, von der texturhaften und raumschaffenen Suggestion der Farbe zu einem Ur-Bild, das vertikal in eine schwarze und eine weisse Hälfte aufgeteilt war. Heinzmann entschied sich, die weiße, begrenzte, zweidimensionale Fläche als Ausgangspunkt und Grundlage einer Fortführung der Malerei mit anderen Mitteln zu verwenden.“
Heinzmann unterscheidet in seinem Werk, wie jeder Maler auch, zwischen Malerei und Zeichnung – in seiner Malerei verwendet er als „Trägermaterial“ helle Untergründe z.B. Styropor und „malt“, das bedeutet eher platziert „Dinge“ darauf – danach wird manchmal eine Plexiglas-Haube über das Bild gesetzt. Diese Dinge sind Symbole – ausgewählte Materialien wie Federn, mundgeblasene Glasstücke, Holz, Watte, Kristalle und Mineralien und andere spezielle Materialien aus der Natur, die Heinzmann sinnhaft kombiniert und ihnen damit eine Bedeutung gibt und eine Geschichte erzählt oder einen Zustand andeutet. So kann eine Feder schon mal einen Vogel bedeuten und ein Stück oranges, mundgeblasenes Glas ein Feuer.
Seine speziellen Techniken und Materialien sind ein gut gehütetes Geheimnis – das ist auch ein Teil seiner Arbeit, den Zauber nicht völlig zu entblättern. Und so kam auch die Edition für SOS Kunststück Edition 2009 zustande. Diesem reduzierten, scheinbar schwach gedruckten Dreieck auf ausgewähltem Papier – im Übrigen eine universelle geometrische Figur der Natur, der Kunstgeschichte, Wissenschaft und der Religionen – ging ein langwieriger Prozess der Vorbereitung voraus: Die Technik ist sehr speziell – per Hand einzeln abgezogene Blätter. Sieht man genau hin, sind die Linien unterschiedlich und verlaufen nicht exakt gerade. Die Figur ist also nicht geometrisch und auf den zweiten Blick sehr dynamisch. Das setzt eine hohe Kunst des Druckens vorraus, die nicht mehr viele beherrschen – aber Heinzmann spürt sie auf.
Thilo Heinzmann wird international von erstklassigen Galerien vertreten.